
In den letzten Wochen war in meinem Leben so viel. Ich wusste an manchen Tagen nicht, wo vorne oder hinten ist. Deshalb melde ich mich auch erst jetzt.
Wo ich gerade in meinem Leben stehe? Das wüsste ich gerne. Erst dachte man, dass man alles in sich verstanden hat und dann erkennt man, dass man doch erst am Anfang seines Lebens steht. Allerdings werde ich jetzt bald 26 Jahre alt, also stehe ich doch rein theoretisch schon mitten im Leben, oder?
Wie auch immer… Jetzt, neigt sich zuerst mal mein Studium dem Ende und somit stehe ich hier am Ende meiner Vollzeit schulischen Laufbahn. Dies bedeutet aber, dass ich am Anfang vom Rest meines Lebens stehe. Ich gehe dann arbeiten, habe einen neuen Alltag und eine neue Umgebung.
Allerdings, gibt es ja dann noch mich. Mich, die schon viel durchmachen musste und noch viel erleben wird. Wo stehe Ich gerade? War es nicht so, dass ich endlich anfangen konnte, mit mir selbst klarzukommen? Ich dachte immer, dass ich endlich fertig bin mit Aufarbeiten meiner Vergangenheit. Allerdings ist dem nicht so. Ich habe etwas mitgenommen aus meiner Vergangenheit und meiner Kindheit, das ich nicht haben müsste. Liebe, Geborgenheit, Zärtlichkeit und Zugehörigkeit. Der Wunsch nach all diesen Dingen, das ist mein täglicher Begleiter. Die Sehnsucht, dass mich jemand liebt, in den Arm nimmt, mich berührt und der meins ist. Das ist das, was ich so vermisse. Weder meine Mutter, noch mein Vater konnten mir das je richtig geben.
Allerdings gehen Wünsch manchmal in schlechte Angewohnheiten über und so ist das bei mir auch. Wie genau, das werde ich heute nicht verraten. Allerdings stehe ich mit meinem Ich hier wieder am Anfang eines neun Weges. Ich habe beschlossen, dass Gott derjenige sein darf, der mir diese Bedürfnisse stillt. Dazu muss ich allerdings mich selbst aufgeben und auch meine Sehnsucht, mein Wunsch und mein Verlangen danach. Dies ist ein großer Schritt, der mich auch in meinem weiteren Leben begleiten wird. Dass ich nicht alleine bin, gibt mir ziemlich viel Kraft und dass auch Gott dabei ist, gibt mir noch mehr Kraft.
Ja, an manchen Tagen frage ich mich, ob ich damit nicht einfach aufhören könnte. Ob es nicht einfacher ist, seinen Willen so stark zu trainieren, dass ich es nicht mehr brauche? Aber meine Antwort ist immer nein. Ich kann nicht einfach aufhören. Ich bin abhängig davon und wenn ich das nicht mehr sein will, dann braucht es jetzt die Schritte, die ich gehen werde. Auch wenn sie mit Aufwand verbunden sind.
Und egal, wo du vielleicht gerade stehst. Bitte, gehe den Weg so, wie es dir guttut. Ich bin krank und auf dem Weg, gesund zu werden. Und wünsche mir, dass auch du gesund wirst. Egal, wo du gerade stehst. Ob vorne, hinten oder mittendrin. Ich wünsche dir weiterhin alles liebe und gute.
Sei gesegnet und bis bald.
